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G’day Mates. How you goin’?

Endlich, endlich folgt unser Juni-Reisebericht mit etwas Verspätung... Wir waren die letzten Wochen im ‘Outback’ und ohne Handyempfang und Internetzugang... Kurz gesagt: Wir wahren walkabout in WA (Western Australia).

Aber dazu dann im Juli - Bericht mehr :o)

Hier in Australien sind wirklich unvorstellbare Entfernungen zu überwinden- 1000 km sind da gar nichts. Es gibt nur wenige Städte (im Northern Territory ganze 3 Stk., nämlich Darwin, Katherine und Alice Springs) in denen Handy und Internet kein Problem sind. Überall anderswo gibt es nur sehr sporadisch Mobilfunknetze, wenn überhaupt. Oft fährt man Tag für Tag ohne ein Netz zu haben, ganz zu schweigen von den zum Teil abgelegenen Nationalparks. Noch dazu kommt die Zeitverschiebung: wenn Ihr schlaft, sind wir aktiv und wenn Ihr aktiv seid, schlafen wir. Genauso problematisch ist auch das Internetten. Oft gehen Wochen in’s Land, bis wir ein anständiges Internetcafe oder Wireless-Anschluss finden, von dem wir alle E-Mails versenden können. Wir bitten also um Verständnis und Geduld, wenn es eine Weile dauert, bis Ihr eine Antwort auf Eure Mails erhaltet. Wir freuen uns aber über jede, wirklich jede E-Mail und werden sie auch sicherlich beantworten!

Nun aber dazu, was wir im Juni erlebt haben:

Wir beginnen mit der Einfahrt in die zweitgrößte Stadt des Northern Territory, nämlich Alice Springs. Obowohl nicht größer als vielleicht unsere Nachbarstadt Nürtingen (ohne Vororte) ist sie die Drehscheibe des ‘Roten Herzens’ Australiens. Es gibt dort alles, vom McDonalds über Supermärkte bis zu Baumärkten und einem Landrover-Händler. Diesen fahren wir auch als erstes an, denn unser Landy braucht einen neuen Kühler- der leckt nämlich. Es ist für uns allerdings kein neues Problem: schon zuhause haben wir Kühlwasser verloren und auch eine Landy-Fachwerktatt bei uns in der weiteren Umgebung konnte das Leck nicht finden. So sind wir ohne Reparatur losgefahren und im Laufe der Tour durch Neuseeland hat sich herauskristallisiert, daß das Wasser aus dem Kühler auf die Stoßstange tropft. Der Verlust war nicht schlimm und konnte problemlos nachgefüllt werden. Jetzt aber in Australien, wo so lange Strecken (viele auch auf schlechten Holperpisten) zu überwinden sind, wollen wir das Problem beseitigen lassen. Nicht daß der Kühlerrahmen vollends durchbricht und wir ‘In the Middle of Nowhere’ plötzlich fahruntüchtig werden...

Der Kühler ist natürlich nicht am Lager und muß beim Zentrallager in Melbourne bestellt werden. Wir haben Glück: es befindet sich ein einziger Kühler für ganz Australien für einen Landrover Defender 110 am Lager. Wäre dies nicht der Fall gewesen, hätte er aus England eingeflogen werden müssen, was uns wieder 2-3 Wochen gekostet hätte. Wir haben aber Glück und so soll der Kühler am Donnerstag nächster Woche (heute ist Freitag) per Luftfracht in Alice sein. Wir machen einen Termin auf Donnerstag aus, kaufen ein, rufen E-Mails ab, besuchen mal wieder den McDonalds und machen uns auf den Weg nach Westen in den WEST MACDONNEL Nationalpark. Er zieht sich westlich von Alice Springs ca. 150 km in die seltsam, wie Drachenbuckel geformte, Bergkette der MacDonnel Ranges hinein. Hier wollen wir die Tage bis zum Montagetermin des Kühlers verbringen.

Am nächsten Tag dann, kaum zu glauben, kommt abends starke Bewölkung auf. Sollte sich die Prophezeihung des Landy-Monteurs doch bewahrheiten und es regnet gar? Am Sonntag Morgen öffnen sich dann tatsächlich des Himmels Schleußen und es regnet für einen ganzen Tag mitten in der Trockenzeit in der Wüste. Die Einheimischen freuen sich wie die Schneekönige, haben sie doch seit Januar keinen vernünftigen Regen mehr gehabt. Uns käst es ehrlich gesagt eher an, denn es wird noch kälter als es eh schon war. Bis jetzt war es wenigstens nur Nachts saukalt (bis an die Nullgrad-Grenze) und tagsüber wärmte es sich auf ca. 25 Grad auf. Jetzt ist es durchgängig um die 15 Grad und naßkalt. Aber das Wetter ändert sich hier schnell und am nächsten Tag heitert es schon wieder auf. Nachmittags ist wieder blauer Himmel da und das Regenwetter total vergessen. Jetzt können wir mit fotografieren loslegen: 

Entlang des Namatjira Drive befinden sich einige Schluchten und Wasserlöcher, die durchaus sehenswert sind. Hier einige Bilder vom Standley Chasm, der Serpentine Gorge, Ellery Creek Big Hole, Ormiston Gorge und Glen Helen Gorge (von links nach rechts).

 

 

 

 

Die West MacDonnel Ranges sind Habitat für das hier vorkommende Black-footed Rock-Wallaby. Steffen hat sich auf den Weg gemacht und auch prompt einige erwischt.

 

 

       

Ansonsten gibt’s hier noch allerhand Wasservögel und auch Zebrafinken, beliebte Ziervögel in Europa. Sie alle leben vom kostbaren und doch so knappen Süßwasser der Wasserlöcher in den Schluchten. Auch ein junger Keilschwanzadler hat sich ablichten lassen. Übrigens: Alle Bilder in unseren Reiseberichten sind in freier Wildbahn aufgenommen. Es sind keine Farm- oder Zoobilder. Ansonsten wäre es erwähnt.

 

 

Und in der Serpentine Gorge ist es dann passiert!
Wir waren ja nun schon in Spanien, Italien, Frankreich, Afrika usw. und wurden noch nie bestohlen. Bis zu diesem Zeitpunkt. Und hier, im nirgendwo, im Outback, ca. 50 km außerhalb Alice Springs ist es nun passiert! Wir sind ausnahmsweise mal beide in die Gorge gelaufen. Das Fahrzeug war abgeschlossen, allerdings der Alarm nicht aktiviert. Als wir zurückkommen, fällt uns nur auf, daß die Hecktüre nicht mehr abgeschlossen ist und daß im Auto ein paar Dinge nicht an dem gewohnten Platz sind.
Nach eingehender Untersuchung stellt sich heraus: 150 Euro und ca. 300 AUS-Dollar sind weg. Auch das noch! Die Papiere sind noch da, die elektronischen Geräte sind noch da, es fehlt sonst nichts. “Nur” Bargeld. Glück gehabt!!! Normalerweise sind die Papiere und das Geld immer bei uns, wichtige Geräte im Fahrzeug in einem Koffer deponiert, der über ein Stahlseil mit dem Auto fest verbunden ist.
Aber wir dachten einen Moment: Australien, die schließen hier nicht mal die Autos beim Einkaufen ab. Was soll dann erst im Outback hier draußen passieren? Ab jetzt gilt überall auf unserer Reise: Sicherheitsstufe 1!

Als nächstes Ziel haben wir uns das Palm Valley im Finke Gorge National Park, etwas südlich des Namatjira Drive gelegen, vorgenommen. Wir sind etwas angespannt, denn der 4 WD-Track ins Palm Valley ist sehr rauh und berüchtigt. Unsere Befürchtungen bewahrheiten sich dann auch: zuerst nur Holperpiste, wird der Track einmal tiefsandig, dann wieder steinig, doch die letzten 4 km haben es dann wirklich in sich. Über riesige Felsplatten, Felsvorsprünge und -spalten geht es über ein Felsplateau und durch ausgetrocknete Flussläufe dahin. Wenn mich jemand gefragt hätte, ich hätte gesagt, daß dies nicht mit einem Auto zu machen ist. Aber Steffen und der Landy packen’s- ohne Probleme. Langsam ackert sich der Landy durch und überwindet jedes Hindernis mit Bravour. Ich bin stolz auf meine Männer! Leider vergesse ich vor lauter Aufregung Bilder zu machen, die wären sonst an dieser Stelle gekommen...

Doch nun zum Palm Valley selbst: Hier wachsen, unglaublicherweise, tausende von Livingstonia Palmen inmitten von Sandstein-Formationen. Die Palmen sind ein fantastisches Relikt aus früheren Zeiten, als die Gegend noch nasser und waldreicher war. Jetzt holen sich die Palmen ihr Wasser aus einem uralten Wasserspeicher, der sich unter der Schlucht befindet. Das Palm Valley ist wirklich toll und ist die anstrengende Fahrt wert.

 

 

Auf dem nahegelegenen Campingplatz gelingt es uns dann endlich Australien Ringnecks, eine sehr schöne Papageienart der Zentralen Northern Territories, zu fotografieren. Ein Paar inspiziert mehrere Bäume nach Nisthölen und läßt sich nicht von den Campern stören.

 

 

Es ist jetzt Donnerstag und wir stehen um 8.00 Uhr vor der Landrover-Werkstatt. Bei Ankunft erfahren wir erstmal, daß der Kühler beschädigt ist. Diese australischen ‘Dubbel’ haben den Kühler einfach so, ohne Umverpackung oder Polsterung in einen Karton gesteckt, worauf der Kühler natürlich eingedrückte und verbogene Stellen aufweist. Ob der noch dicht ist? Der Händler stellt uns vor die Wahl und Steffen ist sich nach eingehender Inspektion sicher, daß es sich nur um oberflächliche Beschädigungen handelt und der Kühler dicht sein müßte. Der Monteur versichert uns noch, daß er nach Einbau das System auf alle Fälle auf Dichtigkeit überprüft. Wir lassen die Monties also wurschteln und  machen uns auf in die Stadt in’s Internet-Cafe. Am Nachmittag kommen wir zurück und der Landy ist gerade fertig. Alles sei o.k. und wir bekommen noch einen günstigeren Preis für den Kühler. Schließlich war er ja beschädigt.... Zu diesem ganzen Kühlerthema fällt meinem Schatzi nur eins ein: ‘Oimol mit Profis schaffa’ (Übersetzt: ‘einmal mit Profis arbeiten’).

Mit neuem Kühler und aufgefüllten Vorräten geht’s am nächsten Tag weiter Richtung Norden, immer auf dem Stuart Highway Richtung Darwin. Unterwegs gibt’s allerdings noch ein paar Highlights, wie zum Beispiel die Devils Marbles. Die Marbles sind spektakuläre Kugeln aus rotem Granit, die über ein weites, flaches Tal verteilt sind.  Gleich bei den Marbles ist ein einfacher Campingplatz für 3,30 AUS-Dollar pro Person (so mögen wir’s), mit Plumpsklo und sonst nichts. Wir bleiben hier 2 Nächte und toben uns fotografisch aus, bis uns nichts mehr einfällt. Jetzt müßt Ihr’s auch anschauen...

 

 

Weiter geht’s auf dem Stuart Highway Richtung Norden (wo übrigens fast nirgends Radio-, geschweige denn Handyempfang ist, obwohl es ein Highway ist) mit Übernachtungsstop in Daly Waters wo uns spät abends ein großer Schwarm Rosakakadus, auch Galahs genannt, besucht. Steffen gelingen ein paar schöne Bilder, finde ich.

 

 

Am nächsten Tag erreichen wir dann Katherine, die drittgrößte Stadt des NT. Ihre Größe ist ungefähr wie Bad Urach oder Neuffen einzuschätzen. Es gibt dort alles was der Mensch so braucht, bis auf einen McDonalds und ein gescheites Internet-Cafe. Jede Menge betrunkener und abgerissener Aboriginies hängen auf der Straße und in den Läden herum, was mir ganz und gar nicht geheuer ist. Das war zwar in Alice auch schon ein Problem, aber nicht in diesem Ausmaß. Ich fühle mich also ziemlich unwohl, gehe aber doch in den hiesigen Woolworth Supermarkt um Lebensmittel aufzustocken. Drin ist alles normal und ich widme mich der Einkaufsliste. Nachdem wir noch getankt haben (schon wieder teurer als beim letzten Mal) schmeißen wir den Landy an und fahren in den nur 30 km entfernten Katherine Gorge Nationalpark. Dort mieten wir uns auf dem hiesigen Campingplatz ein, diesmal mit Strom, um wieder mal Bilder bearbeiten zu können. Wir bleiben hier 3 Tage und erkunden die Schlucht zu Fuß. Hier ein paar Eindrücke...

 

 

 

 

Die Katherine Gorge scheint der große Traveller-Treffpunkt zu sein, denn wir treffen hier einige Reisende, die wir unterwegs schon ab und zu mal getroffen haben, wieder. Es sind sehr unterhaltsame Tage in denen leider viel zu wenig an den Bildern gearbeitet wird. Wieder zurück in Katherine, beschließen wir in der hiesigen Art-Gallery unsere E-Mails abzurufen. Eigentlich hassen wir die Automaten, in die man pausenlos einen Haufen Geld pro 10 Minuten reinwerfen muß ja, aber hier gibt es keine andere Möglichkeit. Wir checken unser Konto und kippen fast aus den Latschen! Was? Wo ist das ganze Geld hin? Das kann doch nicht sein? Da hat bestimmt wieder einer Schindluder mit unseren Kreditkarten getrieben! Total aus dem Häuschen warten wir bis es Abend ist, damit wir endlich in Metzingen auf der Bank anrufen können. Doch nach einem Vergleich der Positionen müssen wir leider feststellen, daß alle Ausgaben durch uns erfolgt sind. Es sind vor allem der Kühler (das wußten wir ja) und die Spritrechnungen! Die werfen unsere Budgetplanung total über den Haufen. Immernoch geschockt setzen wir uns in unseren Sprifresser Landy und beschliessen, auf keinen Fall mehr schneller als 80 km/h zu fahren. Dann braucht er nämlich nur ca. 10 Liter auf 100 km und so können wir wenigstens etwas sparen.

In gedrückter Stimmung geht’s dann weiter nach Norden zu den Edith Falls, die sich ebenfalls noch im Katherine Gorge National Park befinden. Hier treffen wir Andreas und seine Frau aus Basel/Schweiz, die wir schon 2 x vorher getroffen haben, wieder. Andreas ist Tierfilmer und -fotograf und so verbindet uns einiges und wir haben viel Gesprächsstoff. Vor allem über eines sind wir uns einig: wir sind erstaunt, wie wenig Tiere man sieht. Vögel ja, aber nahezu keine Känguruhs oder mal einen Dingo oder Emu? Nichts - alles was man sieht sind überfahrene Känguruhs -und die dann zu Massen-, Greifvögel, die daran herumpicken und ab und zu noch ein überfahrenes Rind. Aber vielleicht wird’s ja doch besser, wenn wir noch mehr nach Norden kommen. Hier aber auf jeden Fall ein paar Eindrücke von den Edith Falls. Einmal vom Hauptpool und dann vom oberen Teil.

 

 

Am nächsten Tag fahren wir dann in einen Park, auf den wir uns besonders gefreut haben - den Kakadu Nationalpark. Wir fahren gleich bis zum Dorf Coinda, wo sich ein Campingplatz befindet, der wiederum direkt am Sumpfgebiet Yellow Water liegt. Genau über diesen mit Seerosen bedeckten See hat Crocodile Dundee die Journalistin Sue in einem kleinen Boot im 1. Film geschippert. Und da sind wir jetzt! Nun aber mal die Filmbrille abgesetzt: Yellow Water ist ein bedeutendes Sumpfgebiet und jetzt am Beginn der Trockenzeit noch reichlich mit Wasser gefüllt. Wir bleiben hier 3 Tage und Steffen fotografiert sowohl auf dem Campingplatz als auch am Sumpfgebiet einiges an Getier. Hier einige Beispiele: Salzwasserkrokodil (ein wirklich großes), Bienenfresser, Rabenkakadu (Red-tailed Black-Cockatoo), Eisvögel, Reiher und und und...

 

 

 

 

Ich bringe in den 3 Tagen außer diesem Landschaftsbild nicht viel zu Stande, denn mich sucht ein plötzlicher, sehr schlimmer Durchfall heim. Fast jede Stunde muß ich die Toiletten aufsuchen und am nächsten Morgen fühle ich mich so richtig elend und sterbenskrank. Andreas ( ja die beiden Schweizer treffen wir hier auch wieder, was uns wirklich sehr freut) gibt mir Tips und legt mir an’s Herz doch Salz zu essen. Ich befolge seinen Rat und mit Hilfe von Immodium geht’s mir langsam wieder besser. Am 3. Tag bin ich wieder soweit auf dem Damm, daß Nahrung in mir drin bleibt und ich mich stark genug fühle, weiterzureisen.

 

Hier noch zwei Bilder von unserem Camp, das sich offensichtlich mitten im Krokodil-Gefahrenbereich befindet. Wir sind uns nicht ganz sicher, ob das Ernst gemeint ist.

 

 

Wir verabschieden uns von den beiden Schweizern und verlassen Coinda am nächsten Tag. Wir wollen zu den Jim Jim Falls und den Twin Falls, die aber nur über einen anspruchsvollen Allradtrack zu erreichen sind. Anfangs geht’s ca. 50 km über eine absolut schreckliche Holperpiste mit so tiefen Auswaschungen (sogenannte Corrogations), daß wir sicher sind, der Landy löst sich demnächst in alle Einzelteile auf. Wir schaffen es aber und sind richtig froh, als wir auf den ‘richtigen’ Allradtrack kommen. Da wir unterwegs keine Menschenseele treffen und angesichts der Tatsache, daß der Track einige Wasserdurchfahrten, Tiefsandstellen und auch sonst ein paar trickreiche Passagen aufweist, sind wir guten Mutes endlich eine abgelegene Stelle im Kakadu gefunden zu haben. Aber weit gefehlt- der Parkplatz am Ende des Tracks quillt quasi über. Wir sind geschockt! Absoluter Massentourismus! Nach kurzer Überprüfung, ob der Landy noch einen Motor, ein Getriebe und vier Reifen hat, geht’s an die Wanderung zu den Jim Jim Falls. Weil zu viele Leute im Pool direkt unterhalb der Fälle baden, ist an fotografiern nicht zu denken. Wir beschließen, das ganze am Abend nochmals zu widerholen, wenn die Wasserratten endlich den Rückzug angetreten haben.

 

 

Nach dem Fotografieren geht’s den ganzen Track zurück (10 km) und wir verbringen die Nacht auf dem Campingplatz am Start der Allradstrecke. Am nächsten Morgen kaufen wir beim Caretaker ein Ticket für das Boot, das uns zu den Twin Falls bringen soll. Der Wasserfall ist nicht über einen Fußweg zu erreichen, weshalb man in früheren Zeiten durch den Fluss hindurchschwimmen mußte/durfte. Das wurde aber verboten, weil wohl einige Salties (Salzwasserkrokodile) im Fluss entdeckt worden sind. Seither muß jeder, der zu den Fällen will, mit dem Boot fahren. Das ist natürlich nicht umsonst, wie Ihr Euch wohl denken könnt? Weil auf dem Weg zu den Twin Falls der Jim Jim Creek, der schon mal über einen Meter tief sein kann, durchquert werden muß, erkundigen wir uns beim Caretaker über die Wassertiefe an der Furt. Wir hatten von verschiedenen Leuten schon die verschiedensten Aussagen gehört: von 30 cm bis 80 cm war alles dabei. “60 cm”, sagt er, und die Furt ist seit diesem Jahr betoniert, weil sie in der vorherigen Saison abgerutscht ist. Das hört sich gut an, 70 cm ist unser Limit. Das heißt nicht, daß der Landy nicht mehr kann, nur kommt dann evtl. Wasser ins Auto und würde, da sich unsere ganzen Vorräte an der tiefsten Stelle des Chassis befinden, evtl. alle Lebensmittel zerstören. Außerdem wollen wir auf keinen Fall die Inneneinrichtung zum Trocknen und Entschlammen ausbauen müssen...

Also, los geht’s und über kurz oder lang kommen wir an die ‘berüchtigte’ Flußdurchfahrt. Hier ein Bild vom Landy fast unter Wasser.

Doch alles geht gut und wir erreichen den Parkplatz bei den Twin Falls, der wiederum gut besucht ist. Zuerst machen wir eine Wanderung auf das Plateau, um die Fälle von oben zu bewundern (1. Bild), dann geht’s mit dem Boot an den Fuß des Falls.

 

 

 

 

Wir haben jetzt erstmal genug vom Allradfahren und freuen uns auf eine holperfreie Teerstraße. Eine weitere Attraktion des Kakadu sind die Felsmalereien am Ubirr Rock. Außer der Rockart hat der Ubirr Rock aber auch noch weiteres zu bieten- nämlich eine tolle Aussicht auf die überfluteten Wasserflächen im Osten des Parks. Wir haben hier Glück, den es bilden sich Wolken und wir erleben einen spektakulären Sonnenuntergang.

 

 

Nach insgesamt einer Woche Kakadu satteln wir unseren Landy wieder und machen uns auf den Weg nach Darwin. Dort wollen wir endlich unser ausgefallenes Solarpanel ersetzen (ja, genau das, das in Neuseeland schlapp gemacht hat), E-Mails abrufen und schreiben usw. Die Suche nach dem Panel hat sich schon in Alice Springs als größere Aktion herausgestellt. Die haben nur zu kleine (40 Watt), oder wieder zu große (80 Watt), aber keine mit 55 oder 65 Watt. Das gleiche Problem treffen wir nun in Darwin, das immerhin die Hauptstadt des Northern Territory ist, wieder an. Darwin hat nämlich nur ca. 80.000 Einwohner und so sind die Einkaufsmöglichkeiten auch nicht unbegrenzt. Nach stundenlangem Herumgegurke kaufen wir dann doch eine 40 Watt Solaranlage auf unser Dach. Auch hier war nicht die gewünschte Größe aufzutreiben und 40 W sind besser als in die Hose gesch........ (würde Steffen jetzt sagen). Wir sind zwar nicht zufrieden, aber besser als nichts... Wenigstens gibts hier einen McDonalds, alle möglichen Supermärkte und vor allem ein gescheites Internet-Cafe. Hier erfahren wir auch, daß die Deutsche Fußballnationalmannschaft im Finale gegen Spanien verloren hat. Schade, aber anscheinend war es ein verdienter Sieg für die Spanier. Wir gönnen’s Ihnen, haben sie doch sonst so oft Pech gehabt und sind unter Wert geschlagen worden.

Während der 2 Tage in Darwin haben wir auch Gelegenheit, uns Gedanken über unseren weiteren Reiseverlauf zu machen. Ursprünglich wollten wir ja Australien ganz umrunden. Das heißt von Darwin über Broome, das Ningaloo Reef nach Perth, dann über die Nullabor Plains nach Adelaide, weiter hoch nach Cairns und die Ostküste wieder runter. Ein ganz schönes Programm, das beinahe nicht zu schaffen ist. Aufgrund dieser Erkenntnis und auch der hohen Spritpreise, die unser Reisebudget schon total gesprengt haben, beschließen wir, unsere Australienreise zu kürzen. Wir fahren nur bis zum Ningaloo Reef (das wollen wir unbedingt machen!), dann zurück bis nach Tennant Creek und queren nach Townsville an die Ostküste in Queensland. So sparen wir uns zumindest das Hochfahren von Adelaide nach Cairns und haben die Strecke nur einmal im ‘runterwärts’. Aber auch trotz dieser Sparmaßnahme werden wir unser Budget nicht mehr in den Griff bekommen. Die Spritpreise hier sind im letzen halben Jahr auf das doppelte gestiegen, was wir in der Planungsphase wirklich nicht absehen konnten. Wir müssen also für runde 40.000 km doppelt soviel bezahlen wie geplant- ihr könnt Euch selbst ausrechnen, wie das reinhaut. Kurzfristig haben wir auch überlegt, Australien sofort zu verlassen und gleich nach USA zu verschiffen. Dann würde aber die ganze jahreszeitliche Planung in den USA nicht mehr stimmen und wir wären im Sommer/Herbst im Südwesten und im Winter in Alaska? Ewig Zeit haben wir auch nicht, weil das Auto nach 1 Jahr wieder raus muß (aus zollrechtlichen Gründen). Also beschließen wir, alles so durchzuziehen wie geplant, und Südamerika muß -wahrscheinlich- dran glauben. Mir tut das sehr leid, denn in Südamerika liegen nun mal einige der großartigsten Naturräume und Landschaften der Erde. Uns blutet das Herz, aber was solls, jammern hilft nichts. Augen zu und durch!

Auf bald, dann aus Western Australia.

See Ya!

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