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Erstmal ein herzliches Hallo an Alle!

Ich weiß, ich weiß, wir haben lange nichts von uns hören lassen und der September-Bericht ist schon Wochen überfällig...  Wir waren einfach zuviel unterwegs und hatten zu wenig Möglichkeit am Rechner zu arbeiten: erst auf Fraser Island und dann in Sumatra-aber dazu erst im Oktober-Bericht...

Jetzt erstmal zu unseren Erlebnissen im September, der -das sei schon vorweg genommen- ohne größere Katastrophen vorüber ging.

Nach den Erlebnissen mit den Helmkasuaren von Mission Beach machen wir uns weiter Richtung Norden und erreichen nach kurvenreicher Fahrt durch Agrarlandschaft (hauptsächlich Zuckerrohr aber auch Teeplantagen) das Atherton Tableland. Auf einem einfachen staatlichen Campingplatz, der sich am Rande des Regenwaldes befindet, suchen wir uns einen schönen Platz und stellen beim Fahren über sehr unebenes Gelände fest, daß am Landy irgendwas ziemlich laut klappert. Mir fährt die Angst in die Glieder: was ist denn jetzt schon wieder!

Steffen meint, daß es bestimmt nichts Schlimmes ist und begiebt sich unter das Auto, um der Sache auf den Grund zu gehen. Es stellt sich raus, daß nur der Auspuff der Standheizung an unseren Unterfahrschutz schlägt, und deshalb dieses Geräusch verursacht- Gott sei Dank. Während Steffen versucht, das Übel zu beseitigen hören wir plötzlich ein lautes knallendes Geräusch, das wirklich nicht vom Landy kommen kann: der steht nämlich. Wir suchen also die nähere Umgebung des Campingplatztes ab und sehen durch das dichte Blattwerk einen Viktoriaparadiesvogel, der sich gerade mittem im Balztanz befindet! Das laute Knallen kreiert er durch das Zusammenschlagen seiner Flügel in der Hoffnung so Weibchen anlocken zu können. Wir nähern uns und der Vogel läßt sich tatsächlich nicht stören! Die Klappergeräusche am Landy plötzlich vergessen, schnappt sich Steffen die Fotoausrüstung und macht sich daran, diesen einzigartigen Tanz, der zu den spektakulärsten in ganzen Tierreich gehört, auf Bildern festzuhalten.

 

 

 Nach ca. einer Stunde muß er aber leider wieder aufhören, weil es wie aus Eimern zu Schütten beginnt. Wir bringen die Fotoausrüstung in Sicherheit, räumen die ‘Baustelle’ so gut wie möglich auf und flüchten uns vor dem Regen in den Landy. Gott sei Dank hört es bald wieder auf und Steffen schafft es noch vor Einbruch der Dunkelheit seine Reparaturarbeiten fertigzustellen. Am nächsten Morgen ist dann nochmal Paradiesvogel angesagt und ich mache mich auf den Weg zu den Nandroya Falls-einer Serie von sehr schönen Wasserfällen mitten im Regenwald.

 

 

 

 

Am nächsten Tag sind dann noch mehr Wasserfälle angesagt. Wir fahren den Waterfall-Circuit, der Elinjaa, Zilli und Millaa Millaa-Fall miteinander verbindet. Links ein Bild von den Elinjaa Falls, rechts die Millaa Millaa Falls.

 

 

Weiter gehts zu den Millstream Falls, dem mit 65 m breitesten Wasserfall Queenslands.

 

 

In Malanda Falls soll man im dortigen Schutzgebiet mit Glück Lumholtz Baumkänguruhs sehen können. Im Gegensatz zu seinen bodenlebenden Verwandten, hat sich das Baumkänguruh zum Leben in den Baumkronen entschieden. Wie die meisten australischen Tiere sind auch diese nachtaktiv (zum Leidwesen des Fotografen). Wir verbringen 3 Tage in Malanda Falls in der Hoffnung, eines dieser eigenartige Tiere wenigsten zu sehen- leider jedoch ohne Erfolg. Trotz vieler Nachtexkursionen keine Spur... Dafür entdecken wir während eines morgendlichen Rundganges ein Schnabeltier, das im Fluss auf Nahrungssuche ist. Das Schabeltier ist nun wirklich eines der merkwürdigsten Tiere, die es auf der Welt gibt. Es ist ein Säugetier das aber Eier legt und einen gummiartigen, für Berührungsreize sehr empfindlichen ‘Entenschnabel’, besitzt. Mit diesem sucht es den Grund von Gewässern nach Insektenlarven, Würmen und Krebsen ab. Wir sind glücklich, diesen ‘besondern’ Flussbewohner ganz gut vor die Linse bekommen zu haben.  

 

 

Weitere Sehenswürdigkeiten des Atherton Tablelands sind zwei imposante Würgefeigen; der Curtain Fig Tree und der Cathedral Fig Tree (von li nach re).

 

 

Die Ausmaße dieser beiden Bäume sind wirklich unglaublich und auf Fotos nicht richtig festzuhalten. Die Krone des Cathedral Fig Tree breitet sich beispielsweise über eine Fläche von 1,2 ha aus und der Umfang ihres gesamten, weit streuenden Stammes mißt 43 m! Alles beginnt ganz harmlos bei der Würgefeige: Ein Vogel deponiert einen Samen auf dem Ast eines beliebigen Baumes. Dort keimt er und das kleine Pflänzchen wächst zieltrebig zum Licht. Gleichzeitig aber treibt es meterlange Wurzeln- und damit zeigt sich auch seine wahre Natur. Kaum haben sich nämlich die ersten Wurzeln im Boden verankert, nehmen sie an Stärke zu. Mehr und mehr Wurzeln werden nachgeschickt, umschlingen den ‘Wirtsbaum’ des Pflänzchens und würgen ihn schließlich zu Tode. Die Feige aber steht jetzt fest auf ihrem eigenen stammählichen Wurzelgeflecht und bietet wiederum Unterschlupf und Lebensraum für viele Vögel, Insekten, Reptilien und Beuteltiere

Beim Parkplatz am Cathedral Fig Tree haben wir Glück: Wir- das heißt eigentlich ein Guide einer japanischen Reisegruppe- entdecken einen schlafenden Grünen Ringbeutler auf einem Baum. Da er nachtaktiv ist, nutzt er den Tag logischerweise zum schlafen und -im Gegensatz zu anderen Baumbeutlern- baut er kein Nest, sondern rollt sich einfach auf einem Ast zusammen. Da ein Bild von einem schlafenden Ringbeutler besser ist als gar keins baut Steffen sein großes Tele auf und fotografiert das niedliche Fellknäul. Wir wollen schon zusammenpacken, als sich plötzlich etwas bewegt: ein Junges streckt plötzlich seinen Kopf irgendwo aus dem dichten Fell seiner Mutter heraus und beginnt auf ihr herumzuklettern. So im Schlaf gestört, bleibt der Mutter ‘leider’ nichts anderes übrig als sich auch zu bewegen, denn das Junge will trinken. Wir verbringen noch einige Zeit bei Mutter und Kind, bis dann beide wieder in Aktivitätslosigkeit verfallen. Das war ein tolles Erlebnis! Normalerweise sieht man die Viecher nämlich nur bei Nachtwanderungen...

Wir verlassen das Tableland und erreichen als nächstes Cairns. Wir haben uns viel Gedanken darüber gemacht, ob wir unsere Unterwasserausrüstung, die ja -wir erinnern- im Mülleimer am Ningaloo Reef liegt, ersetzen sollen. Das Geld haben wir zwar eigentlich nicht, aber wir denken, daß Halb/Halb-Aufnahmen doch sehr wichtig sind. Wir entschließen uns also zu versuchen, Ersatz zu beschaffen. Wir wissen, daß mittlerweile schon ein Nachfolgemodell unserer abgesoffenen Kamera herausgekommen ist und wir unser ‘altes’ eventuell nicht mehr bekommen. Wenn das so wäre haben wir ein Problem, denn in unser Unterwassergehäuse passt nur dieses eine Modell... In Cairns suchen wir also diverse Fotoläden auf mit dem Ergebnis das wir befürchtet haben. Keine EOS400 mehr erhältlich- wir können nur versuchen im Internet irgendwo eine herzubekommen.

Nachdem wir eingekauft und aufgetankt haben (der Sprit ist hier um einiges billiger als in NT oder WA) machen wir uns auf den Weg nach Kuranda- einem touristisch voll erschlossenen Bergdorf ca. 30 km westlich von Cairns. Wir besuchen die Barron Falls, die in eine beeindruckende Schlucht fallen. Leider haben die Fälle jetzt in der Trockenzeit nicht besonders viel Wasser...

 

 

Weiter geht’s am nächsten Tag über Mossmann in den Daintree Nationalpark ganz im Norden Queenslands. Wir buchen einige Nächte auf einem NP-Campingplatz (in Queensland muß man das im Voraus, entweder telefonisch oder online, machen- kompletter Bullshit!)) und hoffen, einiges an Tieren zu Gesicht zu bekommen. Leider regnet es aber die ersten beiden Tage wie aus Kübeln. Da es trotzdem sehr schwül ist schlafen wir die erste Nacht im Dachzelt, mit dem Ergebnis, daß alles total durchnäßt ist. Auch in den Landy bekommen wir viel Feuchtigkeit hinein (vor allem durch Kleider und Schuhe) und bekommen nichts mehr trocken. Hoffentlich scheint bald die Sonne, damit wir Klamotten, Schuhe und das Dachzelt endlich trocknen können. Des Wartens überdrüssig, beschliessen wir etwas herumzufahren- auch schon weil wir unsere zweite Batterie wieder aufladen müssen. Solar funktioniert eben nur wenn die Sonne scheint. Unglaublicherweise wird das Wetter besser, je mehr wir uns Cape Tribulation nähern. Dort schaut sogar ein bißchen die Sonne heraus und wir machen erste Bilder vom dortigen Strand.

 

 

Das Wetter bessert sich mehr und mehr und wir nutzen jeden Sonnenstrahl um unsere Sachen zu trocknen. Während der nächsten beiden Tage ist das Wetter wechselnd sonnig und bewölkt und wir unternehmen einige Wanderungen in den Regenwald. Leider sehen wir nichts, was uns ehrlich gesagt sehr enttäuscht. Schließlich gilt der Daintree als einer der unberührtesten Regenwaldgebiete Queenslands. Auch meine Hoffnungen während einer Nachtwanderung die farbenfrohen orange und grün gefärbten Baumfrösche zu sehen wird enttäuscht. Wir entdecken ‘nur’ einen einzigen grünen Whitelipped Treefrog (deutscher Name unbekannt).

Das ist zwar besser als nichts, aber trotzdem... Dafür sehen wir in einem Feigenbaum vor einer Lodge einige Rotwangen-Zwergpapageien. Die winzigen und farbenfrohen Papageien hauen sich den Magen mit Feigen voll...

 

 

Nach 4 Tagen Daintree fahren wir etwas enttäuscht wieder Richtung Süden und quartieren uns auf einem Caravanpark nördlich von Mossmann ein. Wir müssen duschen, waschen und einiges am Rechner arbeiten. Der Park hat Broadband Wireless und einen schönen Swimmingpool: da kann man es schon aushalten. Aus 1 Nacht werden 3, denn im idyllischen Campingplatz sehen wir mehr Tiere als im Daintree. Unsere Nachbarn haben gespannt, daß wir fotografieren und zeigen uns immer wieder interessante Dinge, so daß Steffen viel zu tun hat. Hier die Ausbeute von li nach re: Grünrücken-Nektarvogel beim Nestbau, Buntwaran, riesige Spinne mit unbekanntem Namen, Reinwardthuhn.

 

 

 

 

Nach 3 Tagen müssen wir aber schleunigst weiter: wir müssen am 26.09. in Harvey Bay sein, denn ab dann gilt unsere Permit für Fraser Island. Bei der Fahrt Richtung Süden besuchen wir noch die Mossmann Gorge, die auch zum Daintree NP gehört, und entdecken dort einen Gewöhnlichen Wasserdrachen.

 

 

Bei Mission Beach legen wir nocheinmal eine Stopp ein. Das Wetter ist dieses Mal besser und ich kann einige Bilder vom mit Kokospalmen gesäumten Mission Beach machen. Auch der Strand bei Bingil Bay ist wunderschön.

 

 

Wir fahren weiter Richtung Süden und verlassen die Küste bei Townsville, weil wir in die Canarvon Gorge wollen. Die Canarvon Gorge liegt wieder im Outback ca. 400 km südwestlich von Rockhampton. Nach 2 Tagen Fahrt erreichen wir die stark frequentierte Schlucht und besuchen Sehenswürdigkeiten wie Moss Garden und Ward’s Canyon (von li nach re).

 

 

Im Eingangsbereich tummeln sich Graue Östliche Riesenkänguruhs, die zum Teil auch Joeys im Beutel haben.

 

 

Am 25.09. erreichen wir Hervey Bay und buchen unsere Fähre nach Fraser Island für den nächsten Tag. Leider sind momentan Schulferien und Wochenende ist auch noch: das hatten wir bei der Beschaffung unserer Permit vor zwei Monaten leider nicht gewußt. Am nächsten Morgen bringt uns dann die Fähre von Mary River Head nach Fraser Island, die größte Sandinsel der Welt.

 

 

Auf Fraser gibt es keine geteerten Straßen; nur Sandpisten, die zum Teil durch dichten Wald führen. Das ist auch der Grund, weshalb nur Allrad-Fahrzeuge zugelassen sind. Kaum unterwegs, gibt es auch schon einen Verkehrsstau. Was ist denn da los? Steffen entdeckt doch tatsächlich einen Streifenwagen und zwei Polizeibeamten, die eine Alkoholkontrolle durchführen! Wir können es kaum glauben... Polizeikontrolle auf Fraser Island! Als wir dann dran kommen, kommt einer der Polizisten erstmal gleich auf meine Seite, also bei uns die Beifahrerseite. Logisch, schließlich müßte hier eigentlich der Fahrer sitzen, wenn wir nicht in einem Linkslenker-Fahrzeug unterwegs wären. Er schaut etwas bedeppert und wir erklären ihm, warum ich kein Lenkrad habe. Nachdem er mir das Blasrohr hinhält, sage ich ihm nochmal, daß ich nur der Beifahrer bin- der Fahrer sitzt auf der anderen Seite. Das mache nichts, sagt er, und hält mir weiterhin das Rohr hin. Kein Problem- ich blase, schließlich ist es 10.00 Uhr morgens und ich habe nichts getrunken außer Cola. Warum er darauf besteht, ist mir allerdings absolut nicht klar. Nachdem auch Steffens Blasergebnis 0.00 anzeigt ist er zufrieden und erklärt uns, daß es in den letzten 6 Wochen 30 Unfälle auf Fraser gegeben hat- die meisten unter Alkoholeinfluß. So gesehen ist die Kontrolle dann doch ganz berechtigt, oder? Der Polizist ermahnt uns nochmals langsam zu fahren, vor allem auch am Strand. Die gute Piste veranlasse einem manchmal zu schnell zu fahren... Darüber hätte er sich bei uns nun wirklich keine Gedanken machen brauchen, denn der Central Lakes Circuit, der zum Lake McKenzie und weiter über Lake Wabby an den östlichen Strand (unser Ziel) führt ist unter aller S... Brutal ausgefahren mit zum Teil 50 cm tiefen Löchern abwechselnd links und rechts wird der Verschränkungsfähigkeit des Landys alles abverlangt. Dazu kommen steile, tiefsandige Passagen bei denen Gegenverkehr oder zu wenig Gas tödlich sind.

 

 

Nach ca. 1 Stunde erreichen wir Lake McKenzie, der für seine weißen Strände und das kristallklares Wasser berühmt ist.

 

 

Weiter gehts über diesen holperigen Inlandtrack und Fahrer und Landy müssen ackern und ackern. Steffen ist hochkonzentriert und unser beider Nerven sind zum Reißen gespannt. Gegen Ende der Strecke kommen einige wirklich steile und lange Abfahrten durch tiefen Sand und wir fragen uns, wie man da wohl auf dem Rückweg wieder hochkommen soll. Einmal zu wenig Gas oder Gegenverkehr und man hängt gnadenlos. Wegen der tiefen Löcher wäre der Einsatz von Sandblechen total zwecklos- einziger Ausweg wäre die Winde... Das ist uns dann aber doch zuviel Abenteuer- auf dem Rückweg werden wir eine andere Route wählen. Nach 2 Stunden erreichen wir endlich den Strand, der sich an der Ostküste Fraser Islands von Norden nach Süden zieht. Er wird als Hauptverkehrsroute genutzt und dementsprechend auch viel befahren. Bei Ebbe gleicht er in Beschaffenheit einer Asphaltpiste und es kann entsprechend schnell gefahren werden. Das Problem ist aber die Flut, denn dann muß in der Nähe der Dünen gefahren werden und dementsprechend durch tieferen Sand. Im Moment ist Flut und wir quälen uns gleich bei der nächstgelegensten Camparea über die Vordüne. Total geschafft sitzen wir im Landy und sind unendlich froh unbeschadet angekommen zu sein (hoffen wir zumindest). Ein großes Lob an Fahrzeug und Fahrer- das war wirklich Schwerarbeit.

Wir werden auf Fraser Island nur Beachcampen. Das heißt soviel wie: es ist da Sand, ein ausgewiesener Platz und sonst nichts- nichtmal ein Plumpsklo. Das Klo besteht aus einem Loch im Sand und einer Schaufel, etwa so:

 

 

Es gibt aber auch ‘richtige’ Campingplätze. Die sind etwas teuerer besitzen dann aber Klo und Duschen. Leider muß da wieder online vorgebucht werden, was wir leider nicht rechzeitig machen konnten....

Am nächsten Morgen stehen wir früh auf, denn wir wollen bei Sonnenaufgang Bilder vom Strand machen. Das sieht dann so aus:

Über die nächsten Tage besuchen wir verschiedene Sehenswürdigkeiten wie Rainbow Gorge, das Wrack der Maheno und The Pinnacles (von li nach re).

 

 

 

Wie befürchtet ist auf Fraser der Teufel los, denn es sind Ferien und dazu auch noch Wochenende. Besonders um das Wrack der Maheno kommt man sich vor wie auf der Autobahn und es ist soviel Verkehr, daß man kaum über die ‘Straße’ kommt. Viele sind nur zum Angeln hier und so treten sich die Angler an manchen Stellen, die offensichtlich besonders gut sind,  beinahe auf die Füße.

 

 

Als wir am 3. Tag auf Fraser immernoch keinen Dingo gesehen haben, machen wir uns langsam Sorgen. Schließlich sind wir hauptsächlich wegen dieser niedlichen, von allen Ausies als so aggressiv und aufsässig beschriebenen Wildhunden hierher gekommen. ‘Dort seht ihr mehr Dingos als euch lieb ist...’, ‘Passt bloß auf, die rauben euch euer camp aus..., ‘Die sind wirklich gefährlich und greifen euch an...’ sind Aussagen, die wir von Australiern, die wir während unserer Reise getroffen haben, mehr als einmal gehört haben. Überall sind Dingo-Warnschilder aufgestellt, die einem davor warnen alleine zur Toilette oder überhaupt alleine herumzulaufen, weil ja Dingos einen von hinten anfallen können. Demnach müßten hier massig Dingos sein, nur: wir haben bisher nur Spuren gesehen....

Endlich, am 4. Tag, sehen wir einen dieser niedlichen Geschöpfe am Strand. Leider ist er sehr scheu und wir können keine gescheiten Bilder machen. Wir fahren weiter und sehen noch einen zweiten. Diesmal eine Fähe, die nach irgendetwas im Sand buddelt. Auch die ist ziemlich scheu und es gelingt uns nicht, uns entsprechend zu nähern. Sobald Steffen aus dem Auto aussteigt, klemmt sie sofort den Schwanz ein und macht sich von dannen. Soviel zum Thema ‘gefährliche Dingos’. Wir haben aber Glück, denn sie kommt zurück. Das, was sie da ausgraben wollte, muß wohl unwiderstehlich sein, vielleicht vergrabene Fischabfälle? Schließlich gelingen doch einige Bilder vom Dingo und wir sind froh, daß es doch noch geklappt hat.

 

 

Es ist jetzt der 5. Tag auf Fraser Island und gleichzeitig der Tag der Abreise. Wir stehen morgens früh auf, denn wir müssen noch ein kurzes Stück am Strand fahren. Vor der Flut erreichen wir noch den Allradtrack, der uns von Eurong nach Central Station führen soll. Aufgeregt fahren wir los, erkennen jedoch bald, daß der Track gut befahrbar ist. Es ist zwar tiefsandig aber relativ eben und die Löcher sind auch nicht tief. Hier herrscht offensichtlich weitaus weniger Verkehr. Früher als erwartet erreichen wir Central Station. Das ist ein Camping/Picknickplatz, bei dem sich eine Rangerstation befindet. Gleichzeitig beginnen hier mehrere Wanderwege und der Boardwalk, der entlang des Wanggoolba Creek führt.

 

 

Weiter geht’s von Central Station zum Fähranleger. Wir sind früher dran als gedacht und müssen deshalb noch eine Weile warten. Wieder auf dem Festland, fahren wir nach Harvey Bay auf einen Campingplatz. Kaum angekommen muß Steffen schon wieder arbeiten, denn direkt neben unserem Camp befindet sich ein blühender Baum, der von verschiedenen bunten Lori-Arten besucht wird. Hier die Ergebnisse:

 

 

Hervey Bay gilt weltweit als einer der besten  Beobachtungspunkte für Buckelwale. Sie befinden sich auf ihrem Weg zu ihren sommerlichen Nahrungsgbieten im Südpolarmeer und legen zwischen Juli und Oktober in der seichten Bay eine Ruhepause ein. Vom Strand auf Fraser Island haben wir öfters springende Wale gesehen, leider jedoch viel zu weit weg. Weil wir dies gesehen haben, überlegen wir, ob wir am nächsten Tag eine Whale Watching-Tour machen sollen. Normalerweise machen wir sowas nicht, weil es viel zu teuer und oft nicht von Erfolg gekrönt ist. Entweder sind zuviele Leute auf dem Boot so daß man gar nicht zum Schuß kommt, man sieht keine Tiere oder zu weit entfernt oder -und das ist am häufigsten der Fall- fährt der Kapitän immer so bescheuert an die Tiere ran, daß sie immer im Gegenlicht sind. Das ist für den normalen Touristen natürlich kein Problem, für den Fotografen aber schon! Nach reiflicher Überlegung und Abwägung entscheiden wir, daß Steffen am nächsten Tag -alleine- auf Whale Watching Tour geht. Dann ist nicht soviel Geld kaputt und wir haben es wenigstens probiert...

Der nächste Tag beginnt sonnig und Steffen bucht für sich eine Tour für ca. 100 AUS-Dollar. Das ist eigentlich ganz günstig, wenn man bedenkt, daß der Kahn 5 Stunden draußen ist und sogar noch ein Mittagessen inklusive ist. Ich bleibe auf dem Campingplatz und dusche, wasche Wäsche und sehe unsere Bilder von Fraser Island am Rechner durch. Dann endlich kommt Steffen zurück und ich frage natürlich wie es war. Er spannt mich gemeinerweise auf die Folter und macht ein miesepetriges Gesicht. Ich denke schon ‘oh Scheiße, das war dann wohl nichts’, als er plötzlich lacht und sagt es war unglaublich. Obwohl ich ihm für die Verarsche gerne ins Schienbein treten würde, bin ich sehr froh, daß alles gut geklappt hat. Er hat nämlich Wale gesehen- und zwar aus naher Distanz. Noch besser: der Kapitän des Schiffes ist auch Fotograf und deshalb immer richtig ins Licht gefahren! Und außerdem: die Wale sind gesprungen und Steffen hat sie wie ein Profi scharf und perfekt abgelichtet. Klasse!, Toll! Ich bin sprachlos! Seht selbst (auf dem zweiten Bild reitet ein Kalb auf dem Rücken seiner Mutter):

 

 

 

 

Das ist wirklich ein toller Abschluß für den Monat September. Im Großen und Ganzen war er ziemlich erfolgreich, denn wir konnten einige wirklich gute Bilder machen -und- es sind keine wirklichen Katastrophen passiert. Das ist das beste daran. Fraser Island war aufregend und auch der Oktober wird aufregend sein, denn wir werden am 12. Oktober für fast zwei Wochen nach Sumatra zu den Orang Utans fliegen. Vorher gehts aber weiter Richtung Süden an die Grenze zu New South Wales.

Bis dann, macht’s gut!

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