NZ 13.01. - 30.01.08
NZ 31.01. - 15.02.08
NZ 16.02. - 29.02.08
NZ 01.03. - 15.03.08
NZ 16.03. - 01.04.08
NZ 02.04. - 16.04.08

13.01.08: Der Tag der Abreise ist gekommen. Wir sind am Frankfurter Flughafen angekommen und warten auf das Einchecken beim Quantas-Schalter.
 

Am 15.01.08 gegen 14.00 Uhr Ortszeit (wir sind der MEZ 12 Stunden voraus) sind wir endlich in Auckland angekommen. Die darauffolgende Nacht verbringen wir in unserer Dackelgarage. Gott sei Dank ist das Wetter schön, so daß es kein Problem ist im Zelt zu übernachten.

Am nächsten Tag fahren wir dann nach Tauranga auf einen Holidaypark, den wir zuvor reserviert haben. Hier in Tauranga wollen wir unseren Landy auslösen, der am Donnerstag, 17.01.08 mit der Cap Byron um ca 15.00 Uhr ankommen soll. Wir wollen sofort für den nächsten Morgen einen Termin beim Customs (Zoll) machen, bekommen aber leider niemanden an die Strippe. Die Stimmung will schon auf den Nullpunkt sinken, als uns ein Mitarbeiter beim AA (Automobil Association) sagt, daß eine TÜV-Überprüfung (Warranty of Fitness) für den Landy frühestens am Mittwoch oder Donnerstag nächster Woche möglich wäre. Außerdem glaube er, daß die MAF Clearance (Ministery of Agriculture) sowieso auch nicht früher abgeschlossen sei. Nach einem einigermaßen depressiven Abend und einer (fast) durchwachten Nacht starten wir dann am Freitagmorgen  einen neuen Versuch und fahren gleich persönlich beim Zoll vor (noch mit unserem Mietwagen).

Der Zöllner schaut die Papiere durch und fragt, wann das Schiff angekommen ist (weiß er offenbar nicht, hat uns dann aber geglaubt) und setzt seinen Stempel in das Carnet. Super, das ging ja besser und schneller als erwartet.

Nächste Station: Das Büro des MAF. Hier muessen wir nun allerhand Papierkram ausfüllen, doch dank unserer ausführlichen Packliste (man muß ALLE Artikel, die man außer dem Auto selbst einführt, deklarieren) geht es auch hier relativ schnell. Eine sehr freundliche Beamtin bescheinigt uns schließlich, daß das Auto, unsere Trekkingsandalen, Trekkingstiefel, Heckzelt und Campingstühle/tisch einer ausführlichen Inspektion durch einen MAF-Beamten unterzogen werden müssen. Da wir das so erwartet haben, haben wir das Auto zuhause sehr gruendlich geputzt. Es darf an keinen Teilen Erde, Samen oder Eier irgendwelcher Insekten anhaften, sonst koennen wir zu einer teuren Reinigung in der Quarantaenestation gezwungen werden.  Um 14.00 Uhr soll die Inspektion stattfinden. Wir sind pünktlich am Packschuppen und trauen unseren Augen kaum, als der Landy bereits draußen in der Sonne steht und nur so vor sich hin glitzert ! Endlich, da ist er und so wie es aussieht auch unversehrt ! Das Herz geht uns auf und wir sehen positiv der Inspektion entgegen.

Doch auch die Inspektion geht schnell und unproblematisch von Statten. Der Beamte ist etwas zerstreut und hektisch und mehr am Landy und seiner Ausstattung interessiert als am Dreck. Nachdem er alles inspiziert hat, zeigt er sich über die Sauberkeit sehr beeindruckt. Hat sich die Putzerei mit Zahnbürste (ohne Witz) doch gelohnt ! Wir sind nun absolut happy, bezahlen für die Prüfung und machen uns daran, unser Dachzelt zu montieren. Zwei freundliche Mitarbeiter der Firma C3, die den Landy auch vom Wharf geholt und ausgepackt hat, helfen uns tatkräftig, indem sie das Zelt mit einem Gabelstapler aufs Landydach heben. Toll, das geht ja auch alles super !   

O.K., wir haben den Landy jetzt, doch nun muß er noch einer TÜV-Prüfung unterzogen werden und als Overseas Visitor's Vehicle zugelassen werden. Da der AA so überaus beschäftigt klang, gehen wir einfach zur Konkurrenz, dem vtnz. Wir kommen sofort dran und können auch die Registrierung sofort durchführen lassen. Der Landy besteht die eher sporadische Prüfung problemlos. Auch hier sind die Mitarbeiter mehr am Landy und seiner Ausrüstung interessiert als an der Prüfung selbst. Zum Glück müßen wir nicht alle 3 Prüfer, die um den Landy herumstehen und Fragen über unsere Reiepläne und die Fahrzeugausstattung stellen, bezahlen. Mittlerweile haben wir festgestellt, daß in Neuseeland Dachzelte absolut unüblich sind und es keiner glauben kann, daß man da oben drin schlafen kann.

Für Dieselfahrzeuge muß außerdem noch eine Art Steuer (Road User Charges) für jeden gefahrenen Kilometer entrichtet werden. Wir haben erstmal 5000 km gekauft und wollen uns am nächsten Tag endlich auf den Weg zur Südinsel machen (von Tauranga haben wir erstmal genug). Die ganze Abwicklung ging schneller und problemloser als erwartet und wir sind sehr glücklich, unsere erste Nacht im Landy zu verbringen.

Auf dem Campingplatz ist dann das große Einräumen und Verstauen angsagt. Leider kommen wir fast nicht dazu, denn plötzlich sprechen uns allerhand Leute wegen des Landys an. "Oh, what a truck", "You are really set", "Can you really sleep up there ?" sind die gängigsten Aussprüche und Fragen. Mehrere Deutsche sprechen uns ebenfalls an, nachdem sie unser Deutsches Kennzeichen erkennen. Ein sehr netter Landsmann hat uns sogar ein Bier gesponsort !

Wir entscheiden uns noch einen Tag länger in Tauranga zu bleiben, um in Ruhe alles zu verstauen, einzukaufen und die weiteren Reisepläne zu besprechen. Wir entscheiden uns zuerst auf dem schnellsten Weg in den Süden der Südinsel (Otago-Halbinsel) zu fahren, um noch Gelbaugenpinguine zu fotografieren. Deren Brutsaison ist nämlich fast zu Ende und die Frackträger sind dann nicht mehr so “einfach” zu beobachten. Gelbaugenpinguine sind die seltensten Pinguine der Welt und nur noch an einigen wenigen Stränden auf der Südinsel und Stewart Island zu sehen.

Also los, auf zur Südinsel. Nach einer Nacht “on the road” warten wir jetzt in Wellington auf dem Parkplatz von Bluebridge. Die Fähre, die uns über die Cook Strait nach Picton auf die Südinsel bringen soll fährt um 2.00 Uhr nachts. Wir versuchen etwas zu schlafen, damit wir am nächsten Tag nicht gar zu gerädert sind.

Auf die Südinsel sind wir sehr gespannt, denn sie ist -soviel wir wissen- landschaftlich schöner und auch wilder als die Nordinsel. Der Teil der Nordinsel, den wir bisher gesehen haben, gefällt uns nicht so besonders. Wir sehen hauptsächlich Schafweiden, Kuhweiden, Pferdeweiden, Hirschgehege (werden hier kommerziell gezüchtet), Obstplantagen, Weinberge oder Fichtenwald-Monokulturen. Darunter nur ab und zu urwüchsige Waldstücke mit Baumfarnen und einheimischen Gewächsen, so wie wir uns das vorgestellt haben. Fairerweise muß man sagen, daß wir aber auch auf dem schnellsten Wege nach Süden wollen und keine Reservate oder Nationalparks aufgesucht haben, die es auch auf der Nordinsel gibt. Das heben wir uns dann für später auf. Jetzt geht's erst mal auf die Südinsel zu den Pinguinen!

Auf dem Weg zur Otago-Halbinsel sehen wir bei Kaikoura einige Neuseeländische Seebären. Sie sind sehr genügsam und wir können einige super Aufnahmen machen.

 

 Auf der Otago-Halbinsel sollen sowohl Gelbaugenpinguine als auch Königsalbatrosse zu sehen sein. Wir buchen eine Tour zu den Albatrossen für Steffen und für uns beide eine Tour bei “Penguin Place” um die Gelbaugenpinguine zu sehen. Die Albatross-Geschichte stellt sich als absoluter Reinfall heraus, denn nach einem ausführlichen Briefing über die Albatrosse läuft man zu einem Beobachtungsbunker, von wo aus man die Albatrosse durch eine braungetönte Scheibe sehen kann. Toll, zum Fotografieren absolut nicht geeignet. Gott sei Dank hat Steffen noch ein gutes Bild von einem vorbeifliegenden Exemplar machen können. Die Pinguine waren schon besser, obwohl wir nur schlecht zum fotografiern gekommen sind, da unsere Gruppe einfach zu groß war.

 Ständig standen uns irgendwelche Leute im Weg oder die besten Plätze waren schon weg. Wir haben die Pinguine zwar relativ gut fotografiert, trotzdem überwiegt der Frust. Wir nehmen uns jetzt ganz fest vor, keine geführten Touren mehr zu unternehmen. Man hat einfach zu wenig Zeit irgend etwas gut zu fotografieren - und das Geld ist auch noch weg.  

Nach 3 Tagen auf der Otago Peninsula machen wir uns nochmals ein Stück nach Norden auf, um die Moeraki Boulders zu fotografieren.  Dies gelingt uns auch sehr gut, und brechen deshalb am nächsten Tag gleich auf, den südlich von Dunedin gelegenen Tunnel Beach auszukundschaften.

Der Tunnel Beach Walkway ist ein Pfad, der sehr steil um etwa 300 - 400 Meter zum Meer hin abfällt. Hinunter geht’s schnell und einfach, nur hinauf - das ist ganz schön anstrengend. Tunnel Beach ist sehr beeindruckend - da die Felsklippen jedoch nach Osten zeigen ein Morgenstrand. Das heißt, wir müssen das Ganze nochmal morgen früh machen. Wir übernachten diese Nach auf einem Campingplatz in Brighton und stehen am morgen um kurz nach 5.00 Uhr auf um zum Sonnenaufgang am Tunnel Beach zu sein.  Das Wetter ist, wie fast immer seit wir in NZ sind, klasse und wir erleben einen tollen Sonnenaufgang.

 

 

Nun führt uns unser Weg auf die Catlins. Zunächst zum Nugget-Point, denn wir wollen das Nugget Point Lighthouse und die Nuggets (dem Leuchttum vorgelagerte Felsnadeln) fotografieren. Bald stellen wir fest, daß auch das gleich morgens gemacht werden sollte - wieder so früh aufstehen ! Die naheliegende Roaring Bay ist Habitat für die Gelbaugenpinguine. Aus einem Versteck kann man die Pinguine Abends beobachten, wenn sie vom Fischen “nach Hause” kommen um ihre Jungen zu füttern. Leider alles zu weit weg um gute Fotos zu machen. Am nächsten morgen dann vor Sonnenaufgang zum Nugget Point. Alles klappt super und obwohl es bewölkt ist, schaut die Sonne direkt beim Aufgang unter den Wolken hervor.

 

 

Wir besuchen noch einige Wasserfälle, die sich in den wenigen bewaldeten Tälern befinden. Auch hier ist nahezu alles abgeholzt und zu Weideland umfunktioniert worden. Ursprüngliche Regenwälder sind nur noch vereinzelt zu finden.

Wir haben erfahren, daß sich in der Surat Bay Seelöwen (Hookers Sea Lion) befinden sollen. Da nur noch eine Festlandbrutkolonie in NZ bekannt ist, ist es schon etwas besonderes diese Tiere hier zu finden. Normalerweise sind sie eher Wintergäste, die den eisigen Bedingungen in der Antarktis entfliehen und sich hier im wärmeren Neuseeland in der Sonne aalen wollen. Seelöwen haben keine Angst vor den Menschen und da sie recht stattlich sind, sollte man in ihrer Nähe vorsichtig sein.

 

Wir fahren weiter zur Curio Bay. In der Curio Bay befindet sich ein versteinerter Wald und außerdem sollen auch hier Gelbaugenpinguine brüten. Wir warten einige Stunden und tatsächlich watscheln zwei Pinguine an Land. Bei schönem Abendlicht gelingen uns recht gute Aufnahmen wie die Pinguine durch den versteinerten Wald und Felsen zu ihren Brutplätzen wandern.

Die nahegelegene Porpoise Bay ist Heimat der Hectordelphine. Auch sie sind sehr selten, denn es gibt nur noch 3000 bis 4000 Stück davon. Im Vergleich zu den bekannten “Flipper”-Delphinen, haben Hectordelphine eine schwarze, runde Schwanzflosse und auch im Gesicht eine dunkle Zeichnung. Steffen wirft sich in seinen Nasstauchanzug und versucht mit Schnorchelausrüstung und Unterwasserkameragehäuse Bilder von ihnen zu machen. Eine Rangerin hat uns gesagt, daß die Delphine auch manchmal zu den im Meer schwimmenden Menschen kommen und mit ihnen Kontakt aufnehmen. Und tatsächlich - in nur 1-2 Meter Entfernung schwimmt ein Delphin an Steffen vorbei und er kann ein gutes Bild machen. Leider ist die Sicht im aufgewühlten Meer recht schlecht, aber wir haben immerhin ein ansprechendes Bild von einem der seltensten Delphinen der Welt. 

Nach fast einer Woche Catlins wollen wir uns morgen Richtung Fjordland machen.        

 

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